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Tipps & Tricks Basics

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: Service-Check, Gasprüfung, TÜV & Co

Tipps & Tricks Basics Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: Service-Check, Gasprüfung, TÜV & Co

Bevor du entspannt in den Urlaub fahren kannst, solltest du deinen Caravan einem grundlegenden Sicherheits-Check unterziehen. Egal, ob es sich um ein Reisemobil, einen Kastenwagen oder einen Wohnwagen handelt, gilt es vor der Abfahrt einiges zu beachten. Über 45 InterCaravaning-Werkstätten in Europa helfen dir gerne dabei, dein Fahrzeug fit zu machen, damit deiner Urlaubsfreude nichts mehr im Wege steht.

Hier findest du die wichtigsten Fakten zu Service-Check, TÜV & Co:

  1. Hauptuntersuchung (HU) inkl. Abgasuntersuchung (AU): Genau wie dein Auto muss auch dein Caravan regelmäßig zum „TÜV“, das Synonym für die zweijährliche Hauptuntersuchung (die auch von anderen zertifizierten Prüfstellen durchgeführt werden kann, wie z.B. DEKRA). Wir erklären dir, was genau da gemacht wird, in welchen Zeitabständen du „zum TÜV musst“ und wie du dich optimal auf deinen Termin vorbereitest.
  2. Gasprüfung: Nach aktuell gesetzlichen Bestimmungen ist seit April 2022 auch die Gasprüfung als eigenständige Prüfung verpflichtend und nicht mehr automatisch Bestandteil der HU (anders als die Abgasuntersuchung oder AU, die fester Bestandteil der HU ist).
  3. Dichtigkeitsprüfung: Um massive Schäden durch eindringende Feuchtigkeit zu vermeiden, ist eine regelmäßige Dichtigkeitsprüfung deines Wohnmobils oder Wohnwagens enorm wichtig.
  4. Allgemeine Funktionsprüfung und Sicherheitscheck: Vor deiner Abreise solltest du alle sicherheitsrelevanten (technischen) Geräte einer Funktionsprüfung und einem Sicherheits-Check unterziehen.

1. Hauptuntersuchung

Was ist die Hauptuntersuchung oder kurz HU?
Laut §29 der StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungsordnung) ist die regelmäßige Hauptuntersuchung (kurz HU oder TÜV) Pflicht für alle zulassungs- und kennzeichenpflichtigen Kraftfahrzeuge und Anhänger (dazu gehören auch Wohnwagen). Die HU stellt sicher, dass ausschließlich verkehrstaugliche und vorschriftsgemäße Fahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen. Früher wurde die HU ausschließlich vom TÜV (Technischer Überwachungsverein) durchgeführt, inzwischen kannst du sie aber auch von anderen Prüforganisationen wie DEKRA, GTÜ oder KÜS abnehmen lassen. Dennoch hat sich der Begriff TÜV als Synonym für die HU durchgesetzt.

Alle InterCaravaning Fach-Werkstätten unseres europäischen Netzwerks haben die TÜV/DEKRA-Prüfer wöchentlich im Hause, über unseren Online-Finder kannst du kurzfristig einen Termin bei einer Werkstatt in deiner Nähe vereinbaren.

Was wird bei der HU eigentlich gemacht?
Ähnlich wie beim PKW wird auch dein Reisemobil oder Wohnwagen einem detaillierten Fahrtauglichkeits- und Sicherheits-Check unterzogen (überprüft werden u.a. Fahrgestell und Motormanagement, Elektrik, Bremsen, Beleuchtung, Lenkung, Reifen etc.). Auch die Abgasuntersuchung, kurz AU, ist fester und verpflichtender Bestandteil der HU.

Beim Wohnmobil oder Wohnwagen werden zusätzlich vor allem die Anbauten überprüft (z.B. Fahrradträger, Dachboxen) sowie die Gasanlage (s.u. für ausführliche Infos zur verpflichtenden gesonderten Gasprüfung) und der Innenraum (Belüftung, Mobiliar, Fenster, Elektrik etc.).

Wenn deine HU kurz bevorsteht, kannst du weitere Details zur Vorbereitung deiner TÜV-Untersuchung den Checklisten vom TÜV-Rheinland entnehmen.

Wie oft muss ich mein Fahrzeug einer HU unterziehen?
Wie oft dein Reisemobil oder Wohnwagen zum TÜV muss, hängt von der zulässigen Gesamtmasse ab. "Leichte" Fahrzeuge und Campinganhänger unter 7,5 Tonnen Gesamtgewicht müssen seltener zur Abnahme als Schwergewichte über 3,5 Tonnen. Achtung: Das zulässige Gesamtgewicht setzt sich aus der Leermasse deines Fahrzeuges inklusive der Zuladung zusammen (Mitfahrer, Mobiliar, Gepäck, Campingausrüstung, Fahrräder etc.). Das solltest du beim Kauf oder bei der Miete eines Fahrzeuges im Hinterkopf behalten. Hast du bereits ein Fahrzeug, kannst du das zulässige Gesamtgewicht der Zulassungsbescheinigung (Fahrzeugschein) entnehmen. Wird es überschritten, musst du nicht nur mit Bußgeldern, sondern auch mit verschlechtertem Fahrverhalten rechnen. Also ab auf die Fahrzeugwaage, wenn du dir unsicher bist!

Zurück zu den Fristen für die HU:

  • Wohnmobile bis 3,5 Tonnen: ist dein Wohnmobil neu, ist die erste HU erst nach drei Jahren fällig. Danach musst du im Zweijahres-Rhythmus zur HU.
  • Wohnmobile zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen: müssen bereits ab Kauf im Zweijahres-Rhythmus zur Prüfstelle. Ab dem sechsten Jahr dann sogar jährlich.
  • Wohnmobile über 7,5 Tonnen: müssen (bereits ab Kauf) alle 12 Monate zur HU.
  • Wohnanhänger:  Ein neuer Wohnwagen bis 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht muss drei Jahre nach der Erstzulassung zur HU, danach alle zwei Jahre

Die Fristen für die HU solltest du auch unbedingt einhalten, zum Schutze aller Verkehrsteilnehmer, aber auch zur Vermeidung für dich anfallender Bußgelder und zusätzlicher Kosten für eine „erweiterte HU“, die anfällt, wenn du die Frist um mehr als zwei Monate überzogen hast.


Wann ist meine nächste HU fällig?
Ein Blick in deinen Fahrzeugschein oder in die neue Zulassungsbescheinigung Teil I verrät dir, wann du mit deinem Wohnmobil oder Wohnwagen wieder zur Hauptuntersuchung musst. Auskunft gibt dir auch die „TÜV-Plakette“ auf deinem Kennzeichen (hinten). Die Zahl in der Mitte der Plakette zeigt das Jahr der nächsten HU und die oberste Zahl im äußeren Kreis bezeichnet den Monat.

Wenn du ein Wohnmobil mit Saisonkennzeichen hast und dein nächster TÜV-Termin in die zulassungsfreie Zeit fällt, darfst du die Untersuchung auf den Beginn der neuen Saison (ab Zulassung) verschieben.

Was kostet die HU?
Die Kosten der HU variieren abhängig vom Fahrzeug sowie der Werkstatt bzw. Prüfstelle, liegen aber in der Regel in einem Bereich zwischen 50 und 70 Euro.

2. Gasprüfung

Bei den meisten Caravans versorgt der Brennstoff aus der Gasflasche oder dem -tank wichtige Geräte im Innenraum, also Herd und Backofen, Kühlschrank, Heizung und Warmwasserboiler. Daher ist eine regelmäßige Überprüfung auch so wichtig.
War die Gasprüfung früher automatisch Bestandteil der HU, ist sie seit April 2022 als eigenständige Prüfung verpflichtend.
Wer kein gültiges Zertifikat vorweisen kann, darf vom Campingplatz sogar abgewiesen werden. Und selbstverständlich dient die Gasprüfung deiner eigenen Sicherheit und der Sicherheit anderer.

Was passiert bei der offiziellen Gasprüfung?
Bei der Gasprüfung wird die gesamte Gasanlage im Wohnmobil überprüft, also neben den Gasflaschen auch die Anschlüsse und alle Geräte, die über die Anlage betrieben werden. Die Werkstatt überprüft dabei auch die Halterungen der Flasche bzw. des Tanks, die Dichtungen, Lichtungsöffnungen und Belüftungseinrichtungen, Sicherheitsventile, Schläuche, Filter, den Druckminderer und die Abgasrohre. 
Bitte beachte: Der Anschlussschlauch sowie der Druckminderer dürfen nicht älter als zehn Jahre sein (passende Produkte wie Gasdruckregler, Gasinhalts-Messgerät oder Gasfilter findest du in unserem InterCaravaning Zubehör-Shop).Bevor du mit deinem Fahrzeug zur Prüfung in die Werkstatt fährst, solltest du sicherstellen, dass die Gasflasche angeschlossen und gefüllt ist. Dein Prüf-Zertifikat wird dann in deinem gelben Prüfbescheinigungsheft festgehalten.

Aus Sicherheitsaspekten empfehlen wir dir den Einbau eines Gaswarnsystems in dein Fahrzeug, das bei Ausstritt von Flüssiggas oder Betäubungsgas zuverlässig warnt. Geeignete Geräte findest du in unserem Zubehör-Shop, z.B. den Gas-Warn-Gerät TriGas Alarm oder das modulare Gaswarnsystem G.A.S. PRO III.

Wie oft sollte ich eine Gasprüfung durchführen?
Auch wenn das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) die neue Rechtsgrundlage für die eigenständige Prüfung von Gasanlagen in Wohnmobilen und Wohnwagen derzeit noch prüft, empfehlen wir alle zwei Jahre eine solche Gasprüfung durchführen zu lassen. Die Prüfung kann mit der HU über TÜV oder DEKRA, aber auch von unabhängigen Prüfern durchgeführt werden. Alle InterCaravaning Partner-Werkstätten sind für eine solche Überprüfung zertifiziert.

Ähnlich wie bei der HU variieren die Kosten abhängig vom Fahrzeug und der Prüfstelle zwischen 30 und 60 Euro.

3. Dichtigkeitsprüfung

Dringt Wasser durch dein Fahrzeug oder Wohnwagen, kann dies zu massiven Schäden und hohen Kosten führen. Daher solltest du deinen Caravan regelmäßig auf Dichtigkeit überprüfen lassen. Die meisten Hersteller geben beim Kauf eines neuen Reisemobils oder Wohnwagens eine sogenannte Dichtigkeitsgarantie.
Mit dieser Garantie verpflichten sich die Hersteller, Feuchtigkeitsschäden im Fahrzeug kostenlos zu beheben. Beachte: dies gilt nur für Schäden, die durch von außen nach innen dringendes Wasser entstanden sind. Da sowohl der Umfang der Garantie (manche Hersteller übernehmen lediglich die Aufbauverbindungen wie Dach-, Wand- und Bodenverbindungen, nicht aber den gesamten Aufbau inkl. Türen, Fenster und Luken), und auch die Dauer der Garantie von Hersteller zu Hersteller variieren (üblich sind 5-6 Jahre), solltest du dies vor der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs genau überprüfen.

Achtung: Die meisten Hersteller binden die Garantieleistungen an eine jährliche Überprüfung durch eine zertifizierte Service-Werkstatt, wer die Frist versäumt riskiert den Verlust aller Ansprüche. Ein Blick in dein Prüfbuch gibt Auskunft über den letzten Kontrolltermin. Alle 45 InterCaravaning Werkstätten bieten dir diesen fachgerechten Service für alle Fabrikate. Die Kosten für die Dichtigkeitsprüfung hängen vom Fahrzeugtyp und den Angaben des Herstellers ab, und können daher stark variieren. Du musst in der Regel mit Kosten in Höhe von 75 bis 150 Euro für die Prüfung rechnen.

4. Allgemeine Funktionsprüfung und Sicherheits-Check

Unabhängig von den offiziellen Prüfungen solltest du generell vor jeder Abreise alle technischen Geräte und sicherheitsrelevanten Bauteile deiner Campingausstattung auf ihre Funktionsfähigkeit überprüfen. Dazu gehören vor allem Geräte, die über die Gasanlage (s.o.) oder Strom betrieben werden. Die Stromversorgung ist generell ein wichtiges Thema im mobilen Urlaub, vor allem die autarke Stromversorgung wird immer mehr zum Trend. Hier sind Solaranlagen, Brennstoffzellen, Bordbatterien und Generatoren nützliche Helfer, um den Energiehaushalt in deinem Fahrzeug zu regeln.

Stelle zudem sicher, dass Mobiliar und Gepäck so gesichert sind, dass sie beim Bremsen des Fahrzeugs nicht durch den Wagen fliegen können. Außerdem müssen Türen, Fenster und Luken dicht sein und alle Be- und Entlüftungsklappen frei zugänglich. Überprüfe auch Anbauten, wie Fahrradträger oder Dachboxen auf ihre Befestigung, und stelle sicher, dass keine Ecken und Kanten hervorstehen, die jemanden verletzen oder ein anderes Fahrzeug beschädigen könnten.

Jetzt steht deiner entspannten Reise nichts mehr im Wege! Dein InterCaravaning-Team wünscht dir viel Freude, und wie immer freuen wir uns auf deine Kommentare oder Anregungen auf Facebook oder Instagram.

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